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Konzept Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
der Moabiter Grundschule
Stand Januar 2010
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I. DaZ-Stunden und Schülerzahlen
Die Anzahl der Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache (ndH) mit Förderbedarf beträgt seit einigen Jahren ca. 150 - 170. In den letzten Jahren wurden uns zwischen 70 und 85 DaZ-Stunden pro Woche zugewiesen.
Verteilungsprinzipien der DaZ-Stunden:
- den Schülern der Klassenstufen 1/2 werden etwa zwei Drittel der DaZ-Stunden zugewiesen, während den Schülern der Klassenstufen 5/6 weniger Stunden zugewiesen werden
- in den oberen Klassen sind die Gruppengrößen entsprechend größer
- alle DaZ-Kurse liegen jeweils in der Hand einer qualifizierten Lehrkraft
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II. Sprachstandserhebung
| vor der 1. Kl. |
- Erhebung durch die KitaerzieherInnen mit Hilfe der Sprachlerntagebücher
- die Ergebnisse werden von den Kitas übernommen, wenn die Eltern einverstanden sind
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vor der Einschulung |
- Erhebungsverfahren "Bärenstark" für alle Kinder in der Schule
- Durchführung von DaZ-Lehrern und Erziehern mit Erfahrungen im Umgang mit Bärenstark
- Ziel ist eine möglichst gezielte frühzeitige Förderung bereits in der Kita
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im Frühjahr |
- alle Unterlagen zur Dokumentation der Sprachentwicklung über die gesamte Schulzeit werden im Sprachportfolio für jedes Kind abgeheftet
- darin wird eine Tabelle angelegt, die bis zur 6. Klasse die erreichten Spracherwerbsstufen fortschreitend dokumentiert (Link Spracherwerbsstufen)
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fortlaufend
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| 1. Kl. |
- Gegebenenfalls zusätzliche Überprüfung im Rahmen der Lernausgangslage durch Sonderpädagogen
- Verantwortlich sind die KlassenleiterInnen mit Unterstützung der SonderpädagogInnen und DaZ-LehrerInnen
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in den ersten Wochen nach Einschulung |
| 2. Kl. |
- Bildbeschreibung mit einem Bild aus der DaZ-Box oder der Bildgeschichte aus LauBe
- Kinder formulieren mind. 10 Sätze ähnlich wie in Bärenstark, sie werden angeregt, viele Verben zu benutzen, Sätze werden im Wortlaut mitgeschrieben und ausgewertet
- die Tabelle über die Spracherwerbsstufen wird fortgeführt, die Unterlagen werden im Sprachportfolio abgeheftet
- verantwortlich sind DaZ-LehrerInnen der 1/2. Klassen
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für die kommenden Zweitklässler in den letzten Schulwochen vor den Sommerferien |
| 3./4. Kl. |
- es werden die Verfahren SFD 3 und SFD 4 mit allen SchülerInnen durchgeführt
- die Tabelle über die Spracherwerbsstufen wird fortgeführt, die Unterlagen werden im Sprachportfolio abgeheftet
- verantwortlich sind die KlassenleiterInnen in Zusammenarbeit mit den DaZ-LehrerInnen
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bis zu den Herbstferien |
| 4./5. Kl. |
- Bildgeschichte ohne Hilfe zum Inhalt oder Wortschatz schreiben, Kinder werden angeregt, eine "richtige" Geschichte zu schreiben, z.B. Was geschieht zwischen den Bildern?, wörtliche Rede ...
- für alle Schüler ndH, Schüler mit guten und sehr guten Deutschleistungen können ausgenommen werden
- durch DaZ-LehrerInnen der jeweiligen Klassen, es wird ein vorgegebener Auswertungsbogen verwendet (Link Auswertungsbogen)
- die Tabelle über die Spracherwerbsstufen wird fortgeführt, die Unterlagen werden im Sprachportfolio abgeheftet
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in den letzten Schulwochen vor den Sommerferien |
Die Sprachstandserhebung wird zur Einteilung der DaZ-Kurse genutzt.
Die Eltern werden schriftlich über die Teilnahme am DaZ-Unterricht informiert.
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III. Organisation des Unterrichts
Einteilung der Kurse:
- pro Kurs bis zu 10 Kinder, in den unteren Klassen eher weniger
- viele Stunden in der Schulanfangsphase
- in der Schulanfangsphase wird eng mit den ErzieherInnen kooperiert, den Kindern werden gezielt zahlreiche Sprechanlässe geboten
- höheren Jahrgängen können weniger Std. oder mehr Kinder zugeteilt werden
- Kurse möglichst je einer Klasse zuteilen, ggf. Parallelklassen zusammenfassen (frühestens ab Kl. 5)
- bei Bedarf Einrichtung eines Kurses für Seiteneinsteiger bzw. eines Alphabetisierungskurses
Räume:
- Raum 132 ist ein zentraler DaZ-Raum, Materialien lagern dort, möglichst viele Kurse in diesen Raum legen
- können die DaZ-Stunden aus Kapazitätsgründen nicht im DaZ-Raum erteilt werden, wird möglichst der Klassenraum genutzt
- der DaZ-Raum wird z. Z. ebenfalls zur sonderpädagogischen Förderung genutzt (Link Raumnutzung)
Auswahl und Einsatz der Kollegen:
- ein fester Stamm von erfahrenen Kollegen wird von Jahr zu Jahr erweitert
- sieben Kollegen haben bereits einen DaZ-Jahreskurs besucht
- bei der Auswahl wird viel Wert auf Fort- und Weiterbildung gelegt
- DaZ in früher Planungsphase für das neue Schuljahr einbeziehen, damit es nicht die "Reststunden" sind
- bei der Auswahl sollen Neigungen und Widerstände in die Planung einbezogen werden
Stundenplan:
- möglichst viele DaZ-Stunden in die frühen Stunden legen, parallel zu Teilung und wenn möglich mit Lebenskunde und Religion
- in den Klassenstufen 5/6 kann die 0. Stunde genutzt werden, von 7.30 Uhr bis 7.55 Uhr, wenn ansonsten stundenplantechnisch nur Nachmittagsstunden infrage kommen
- möglichst viele DaZ-Förderstunden zusätzlich zum Regelunterricht stecken
- einige Stunden nach dem Regelunterricht stecken, in keiner Fördergruppe dürfen alle Stunden nach dem regulären Unterricht liegen
- Kinder mit DaZ-Förderung nehmen nicht am Deutsch-Förderunterricht teil
- in den Montessoriklassen wird DaZ in die Kooperationsstunden im Rahmen des Freiarbeitskonzepts integriert
Finanzen:
- die Fachkonferenz einigt sich auf die wichtigsten Materialien und reicht den Bedarf in den Finanzausschuss ein
- Vorrang haben Freiarbeits- und Differenzierungsmaterialien, eine Arbeit nach Lehrwerken ist bei der Heterogenität der Gruppen nicht angebracht
- die Fachkonferenz informiert sich regelmäßig über angebotene Materialien
- gekauftes oder erstelltes Material wird im DaZ-Raum 132 nach Themen und Altersgruppen sortiert gesammelt und allen Kollegen zur Verfügung gestellt, um die eingesetzten Ressourcen optimal zu nutzen
- jeder Kollege kann sich das Material selbst nach einem einfachen Verfahren ausleihen
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IV. Vertretung
- DaZ darf nur anteilmäßig zugunsten von Vertretungsunterricht ausfallen (z.B. bei sehr hohem Krankenstand)
- Ausfallstunden werden in den Förderbüchern gezählt, der Ausfallgrund wird mit eingetragen (z.B. Wandertage, eigene Krankheit, Vertretung...), so sind die KlassenleiterInnen und die Schulleitung verantwortlich, bei hohem Ausfall Abhilfe zu schaffen
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V. Fortbildung
- Fachkonferenz Sprachförderung/Deutsch tagt mindestens zweimal pro Halbjahr
- Themen sind Organisation des Unterrichts, Möglichkeiten der Sprachstandserhebung, Inhalte und Methoden des DaZ-Unterrichts, Auswahl und Einsatz geeigneter Materialien, Vernetzung von Sprache und Sachunterricht, Bewertung und Zensierung, Symbolik und Fachtermini …
- sieben KollegInnen haben bereits an einem Jahreskurs teilgenommen
- pro Jahr tagt die DaZ-Fachkonferenz mindestens mit einer anderen Fachkonferenz gemeinsam
- es wird besonders intensiv am Schwerpunkt "Lesen" gearbeitet, im Januar 2007 fand eine Fortbildung für alle Fachkonferenzen zum Thema "Lesekompetenz" statt
- von Januar bis März 2010 findet eine schulinterne Fortbildung für die Fachkonferenzteilnehmer von Sprachförderung/Deutsch, Erdkunde und Naturwissenschaften zum Thema "Fachsprache am Beispiel Wetter" statt
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VI. Vernetzung Kita - Schule
- eine Kollegin vertritt unsere Schule in der Netzwerkgruppe Kita-Grundschule Moabit-Ost, zu der auch noch die Anne-Frank-Grundschule, INA.KINDER.GARTEN Lüneburger Str., Kindergärten City Alt-Moabit, Paradies für Kinder Calvinstr. und die Spreekita gehören
- es wurde ein Kooperationsvertrag erarbeitet Link Kooperationsvertrag
- hier findet ein Erfahrungsaustausch zwischen Schule und Kita, aber auch zwischen den Schulen bzw. Kitas statt
- es werden sprachfördernde Materialien vorgestellt
- das für die Kitas entwickelte Jahrescurriculum wurde mehrfach besprochen, damit die Kinder relevante Themen bereits vor der Schule versprachlichen können
- eine große Rolle spielt hier die enge Zusammenarbeit der Eltern mit den ErzieherInnen und LehrerInnen
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VII. Vernetzung Schule - Freizeit
- frei von möglichem Leistungsdruck lernen die Kinder im Rahmen der VHG oder im Ganztagsbetrieb auch die deutsche Sprache weiter
- positiv wirkt sich hier der Umgang mit deutschen Kindern aus, die als Sprachvorbilder wirken
- in gelenkten Aktivitäten erhalten die Kinder zahlreiche Gelegenheiten und Anreize, um den Umgang mit der deutschen Sprache zu üben
- der schulische Schwerpunkt "Lesen" wird durch viele Aktivitäten wie regelmäßiges Vorlesen, über Gelesenes sprechen, Lesenachmittage usw. umgesetzt
- durch die Nutzung eines im 14-tägigen Wechsel neu bestückten Bücherwagens und die Einrichten von Lesehöhlen, Leseecken oder Leseinseln werden die Kinder ständig motiviert, gern und viel zu lesen
- positiv wirkt sich die Kooperation mit dem Canisius-Kolleg aus, zwei bis drei Schüler bieten den Kindern jeden Montag zusätzliche sprachliche Förderung an
- ab dem Schuljahr 2010/2011 wird zusätzlicher Förderunterricht am Nachmittag durch das Projekt BeFo (Bedeutung und Form: Fachbezogene und sprachsystematische Förderung in der Zweitsprache) für die Klassenstufen 3 und 4 durch die PH Karlsruhe und die FU Berlin angeboten, die Pilotphase hat bereits begonnen
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VIII. Elternarbeit
Mütterkurse:
- laufen an der Kurt-Tucholsky-Grundschule
- Eltern aller Klassen werden regelmäßig darüber informiert
Elternberatung:
- DaZ-Lehrer geben auf Anfrage der Eltern Auskunft über den Entwicklungsstand der Kinder oder informieren die Eltern von sich aus, dabei ist besonders der Elternsprechtag zu nutzen
- Grundlage für die Elternberatung bildet das Sprachportfolio, in das die Eltern Einsicht erhalten können
- in der Gesamtelternvertretung sind zahlreiche Eltern nichtdeutscher Herkunftssprache vertreten, bei der Wahl der Schulkonferenz ist es bisher immer gelungen, Eltern nichtdeutscher Herkunftssprache direkt zu wählen, so dass ein guter Austausch möglich ist
- regelmäßig werden Familienmitglieder in den Schulalltag gezielt einbezogen, z. B. bei Wandertagen, Veranstaltungen in der Klasse, Schulfesten …
- es findet Landeskundlicher Türkischunterricht statt, der vom Türkischen Konsulat organisiert wird
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IX. Verzahnung von Regelunterricht und DaZ-Unterricht
- ausgewählte Themen aus dem Regelunterricht werden im DaZ-Unterricht sprachlich aufbereitet
- es werden von der Schulanfangsphase bis zur 6. Klasse aufbauend die gleichen Farben und Formen zur Visualisierung der Grammatik eingesetzt, bei der Auswahl der Unterrichtsmaterialien ist darauf zu achten, dass keine widersprüchliche Symbolik verwendet wird (Link Visuelle Hilfen)
- zunehmend werden Klassenstufenteams gebildet, es werden möglichst wenig (Fach-)LehrerInnen in einer Klasse eingesetzt und die DaZ-LehrerInnen unterrichten möglichst auch im Regelunterricht dieser Klasse
- seit 2005 arbeiten an unserer Schule Lesepaten, inzwischen unterstützen 16 Lesepaten die Kinder aller Klassen, sie lesen vor, lassen die Kinder vorlesen und unterstützen und beraten sie z. B. bei Buchvorstellungen
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X. Inhalte des DaZ-Unterrichts
- die Themen werden aus den Rahmenpläne für die jeweiligen Klassenstufen abgeleitet, besonders auch aus den Sachfächern
- im DaZ-Unterricht wird der im Regelunterricht benötigte Wortschatz trainiert, dabei werden grammatische Phänomene integriert
- es werden die vier sprachlichen Grundfertigkeiten Hören (Hörverstehen), Sprechen, Lesen und Schreiben entwickelt
- die Schüler erhalten Unterstützung in den Bereichen Wörter, Sätze und Texte, deren Verwendung voneinander abgegrenzt und deren Benutzung trainiert werden
- spezifische Schwierigkeiten für Zweitsprachenlerner werden anhand der Sprachstandserhebung aufgegriffen und die Angebote an den individuellen Sprachstand der Kinder angepasst
- die Schwierigkeiten sind insbesondere:
- Nomen und ihr grammatisches Geschlecht, bestimmter und unbestimmter Artikel
- Mehrzahlbildung
- Konjugation von Verben, unregelmäßige Verben
- Zeitformen
- Benutzung von Hilfs- und Modalverben
- Formenbildung beim Gebrauch von Adjektiven im Satz
- Verneinung
- Präpositionen
- Satzbaupläne/Satzglieder
- Fallbildung von Nomen und Pronomen
- Fragebildung
- Gebrauch von Konjunktionen
- Satzverbindungen und Satzgefüge
- alle grammatischen Phänomene werden immer an ein konkretes Thema gekoppelt, das aus den Sachfächern oder dem Deutschunterricht entnommen sein kann, z.B. kann der Gebrauch von Präpositionen sehr gut am Thema "Straßenverkehr" gelernt werden, weil Präpositionen bei diesem Thema eine wichtige Bedeutung für die Kinder haben
- eine wichtige Kompetenz ist das Lernen zu lernen, z.B. wie lese und verstehe ich einen Text, Wörterbuch- und Lexikonarbeit, Verstehen von Aufgabenstellungen, Zeitplanung und Einteilung der Hausaufgaben, Umgang mit den eigenen Unterrichtsmaterialien, Nutzung von Lernplakaten, Karteien u.ä.
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